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Neben einigen Nazi-Terminen in Berlin und der Restrepublik müssen im September zwei spezielle Paraden aufgemischt werden: Am 4.9. steigt in Charlottenburg der diesjährige „Al-Quds-Marsch“, und am 18.9. in Mitte der „Marsch für das Leben“. weiter …

AUFRUF:
Gegen den Al-Quds-Marsch und gegen 1000 Kreuze


Am 3. Oktober 2010 feiert die Berliner Republik ihren 20. Geburtstag. Nach dem 60. Jubiläum des Grundgesetzes und 20 Jahren Mauerfall steigt in diesem Jahr der runde ‘Tag der Deutschen Einheit’ in Bremen.

Gefeiert wird – ja, was eigentlich? Offiziell soll der freiheitlichen Selbstbestimmung der Deutschen in ihrer „sozialen Marktwirtschaft“ gedacht werden. Praktisch erwartet uns ein mühevoll inszeniertes Trauerspiel, das längst ausgelutschte Wiederholungen wiederholt, “Zeitzeugen” inclusive. Ursprünglich war geplant, eine Mauer aus weißen Laken zu errichten, die gemeinschaftlich bemalt und anschließend symbolisch eingerissen werden sollte. Doch noch nicht mal das haben die Bremer Feiertagsbürokraten hingekriegt. Jetzt soll Nena das ‘Fest der Demokratie’ retten.

Man sollte sich aber nicht vom Eindruck einer unbeholfen inszenierten, Identifikation mit der Nation stiftenden Öde täuschen lassen. Denn der nationale Burgfrieden braucht kein von oben verordnetes Kulturprogramm, er gründet im spontanen Alltagsnationalismus der BürgerInnen. Der nationale Zusammenhalt wird nicht erst durch die vermeintlich rationale Einsicht des „wir sitzen alle im selben Boot“ begründet, sondern durch ein ‘vorpolitisches’ Wir-Gefühl. Es ist nicht in Staatsakten und in politischen Bildungsprogrammen zu Hause, sondern vor allem auf der gemütlichen Würstchenmeile. Die unaufgeregte Inszenierung der Einheit in Bremen ist nicht das Gegenteil der alltäglichen Konkurrenz, sondern stellt ihren Rahmen her.

Härter konkurrieren, länger lohnarbeiten, weniger verdienen und immer unsicherer leben bis ans Ende aller Tage – das ist die deutsche Utopie nach dem „Ende der Geschichte“ von 1989/90. Klingt Scheisse? Eben. Um diesem Biergarten Eden den Zapfhahn abzudrehen, beteiligt sich die TOP B3rlin zusammen mit dem bundesweiten „…ums Ganze!“-Bündnis an der Gegenmobilisierung linker Gruppen in Bremen.

AUFRUF ZUR DEMONSTRATION AM 2.OKTOBER IN BREMEN

Bustickets von Berlin zur Demo am 2. Oktober in Bremen gibt es bei Schwarze Risse im Mehringhof und in der Kastanienallee.

11. September (Bremen):
Let´s have a look … and start the action! Workshoptag

Zur Vorbereitung auf die Proteste rund um den 3. Oktober 2010 laden das Bremer Bündnis und „…umsGanze!“ am 11. September 2010 zu einem Workshoptag ein. Wir wollen uns über die aktuellen deutschen Zustände austauschen, und Argumente gegen Staat und Nation in Stellung bringen. Zum Programm …
10.30-22 Uhr. Infoladen Bremen (St.-Pauli-Str. 10-12), zum Schluss: Party im Zucker

16. September (Berlin):
Mad in Germany. Nena, der alltägliche Wahnsinn und 998 andere Gründe gegen Deutschland.

Im Vorfeld des Nationalfeiertages präsentiert das Berliner Bündnis gegen die Wendefeierlichkeiten alle wesentlichen Argumente gegen die Nation im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen. Und zwar multimedial! Neben letzten Updates zu den geplanten Staatsfeiern und antinationalen Gegenmaßnahmen gibt es Bustickets, Bier, Limo und im Anschluss Musik.
19 Uhr. Basso (Köpenicker Straße 187-189, U Schlesisches Tor)

1. Oktober (Bremen):
„Wie normal ist Deutschland?“ Podiumsveranstaltung zur Kritik der Identifikation mit der Nation.

Das antinationale Wochenende in Bremen beginnt mit einem Diskussionsabend zur Gretchenfrage: „Wie normal ist Deutschland?“ Mit Thomas Ebermann (konkret), „…ums Ganze!“ und weiteren illustren Gästen… Moderiert und veranstaltet von der Basisgruppe Antifa (Bremen)
20 Uhr, Ort: tba

2. Oktober (Bremen):
Kein Tag für die Nation. Kein Tag für Deutschland. Bundesweite Demonstration

Am 2. Oktober steigt die bundesweite antinationale Demonstration unter dem Motto „Kein Tag für die Nation. Kein Tag für Deutschland.“ Mit dieser Absage an das Staatsbürgerkollektiv und seine historischen Narrative verbinden wir eine grundlegende Kritik kapitalistischer Vergesellschaftung. Treten wir der nationalen Selbstvergewisserung entschlossen und kraftvoll entgegen und in den Arsch!
17 Uhr, Hauptbahnhof Bremen

2. Oktober (Berlin):
Deutscher Herbst. Antinationale Soireé mit BummBumm, Screenings, Kunst und Anti-Deutschland-Dingdong.

Alle, die nicht mit nach Bremen fahren, können ihr schlechtes Gewissen in gepflegtem Ambiente und mit hochkarätiger Musik im ://about blank beruhigen, und so das Aktionswochenende gegen die Nation supporten. Serviert wird das Ganze von ://about blank in Kooperation mit TOP B3rlin.
23:59 Uhr. ://about blank (Markgrafendamm 24c, S-Ostkreuz)

3. Oktober (Bremen):
Deutsche nerven

Am Sonntag laden wir ein, die Programmpunkte des Staatsakts in der Bremer Innenstadt kreativ zu begleiten.

Mehr Infos:
Bremer Bündnis
„…ums Ganze!“-Bündnis

Veranstaltungstipps

2.-26.9. Hannover und Umland: Theorie und Praxis zur Verunglimpfung der Nation. Veranstaltungsreihe von Fast Forward Hannover. Mehr…

17.9. Berlin/Wedding: Nazis auf die Pelle rücken! Demonstration.
18 Uhr. U8/U9 Osloer Straße. Mehr…

18.9. Berlin: 1000 Kreuze in die Spree! Christliche Fundamentalisten nerven.
12 Uhr. Karl-Liebknecht-Strasse/Ecke Spandauer Strasse. Mehr…

19.9. Dresden: Der Staat als ‘last resort’. Workshop zum Krisennationalismus 2010 mit Top B3rlin im Café Negation.
16 Uhr. Praxis Löbtau (Columbustraße 9). Mehr…

25.9. Köln: Deutschland grenzenlos? Nationalismustaumel in Krisenzeiten. Veranstaltung mit Rainer Trampert, TOP Berlin und der associazione delle talpe.
19.30 Uhr. Alte Feuerwache (Melchiorstr. 3, Nähe Ebertplatz). Mehr…

29.9. Berlin: Sparpakete stoppen - hier und europaweit! Für einen heißen Herbst! Demonstration.
17.30 Uhr. Rotes Rathaus. Mehr…

2.10. Berlin: Geert-Wilders-Propagandashow verhindern. Mehr…

2./3.10. Bremen: Kein Tag für die Nation – Kein Tag für Deutschland! Gegenmaßnahmen zum ‘Tag der Deutschen Einheit’. Mehr…

7.10. Berlin: 100 Jahre danach: Das Finanzkapital damals und heute. Veranstaltung mit Michael R. Krätke.
19 Uhr. Helle Panke. Kopenhagener Str. 9. Mehr…

16.10. Leipzig: Naziaufmärsche verhindern! Mehr…

22.-24.10. Berlin: Ökonomie(n) der Zerstörung. Tagung der Hellen Panke.
Anmeldung erforderlich. Mehr…

20.11. Bochum: Die Moral in der Kritik. Maßstäbe der Gesellschaftskritik. Rote Ruhr Uni 2010 mit Christine Zunke, Gerhard Schweppenhäuser und Christoph Henning. Mehr…

Knapp 20.000 Menschen artikulierten in Berlin am 12. Juni 2010 unter dem Motto “Die Krise heißt Kapitalismus” ihren Unmut und Ärger über die staatlichen Regulations- und Zwangsformen, den kapitalistischen Normalvollzug auch in seiner Krise am Leben zu erhalten. Über 1000 Menschen fanden sich unter dem Motto „Show An Undead Sytem How to Die!“ im Antikapitalistischen Block ein, um zu demonstrieren. Im Vorfeld beteiligten sich bereits am 5. Juni über 200 Menschen an dem Berliner Workshoptag “We Love The Crisis!”, um über Ursachen und Gestalt der Krise zu diskutieren.

Anzumerken bleibt, dass die Berliner Polizei auf der Krisendemo ihren ganz persönlichen Umverteilungskampf der Fahnen und Transparente vom Antikapitalistischen Block in ihre Aservatenkammer mit äußerster Brutalität austrug. Scheinbar fürchteten die BeamtInnen, die aktuellen Sparmaßnahmen könnten bis weit in die Stoffbestände der Berliner Polizei hineinreichen. Anders lassen sich kaum die Tritte zu Kopf und Körper von Demonstrations-teilnehmerinnen, das Zusammenschlagen von Festgenommenen oder die gezielten Hiebe auf Nasenbeine wegen ein paar Meter Stoff erklären. Umso mehr erfreut es uns, dass es den Teilnehmer_innen des Antikapitalistischen Blocks gelang, diesen bis zum Ende der Demonstration gegen die immer wieder stattfindenden Angriffe und Isolierungsversuche der Polizei durchzusetzen.

Gewalt und Willkür der Exekutive sind offensichtlich ebenso Bestandteil des
„lockersten Gewaltmonopolisten, der jemals deutsche Pässe ausgeben hat“, wie ihre künftige Legitimation durch den Moabiter Justizzirkus und eine unsachliche Presse von Tagesspiegel bis Spiegel, die anlässlich von Böllern eine neue RAF herbeiphantasiert. Eine ausführliche Auswertung der Demo findet ihr hier. Nachhören könnt ihr unsern Redebeitrag und unsern Zombie-Jingle.


Die Dramatik der wirtschaftlichen Lage ist schwer zu übersehen: Einige süd- und nordwesteuropäische Staaten stehen kurz vor der Staatspleite, und ein 750 Milliarden Euro schwerer Notkredit soll den Euro retten. Die zunehmende Staatsverschuldung wird sich in einem noch schwer zu realisierenden Maße auf breite Teile der Bevölkerung auswirken, und auch in Deutschland stehen massive soziale Verschlechterungen auf der Tagesordnung. Sozialleistungen und Lohnausgaben werden zurückgefahren, Lebensrisiken weiter privatisiert, die staatliche Arbeitsverwaltung weiter verschärft. Immer mehr Menschen müssen beschissene Arbeitsverhältnisse und Leiharbeit akzeptieren, mit noch mehr Stress und noch weniger Sicherheit. Immer mehr müssen ihre Niedriglöhne durch Arbeitslosengeld II aufstocken. Noch viel mehr fallen ganz aus dem Verwertungsprozess heraus und werden vom Amt oder in Beschäftigungsprogrammen schikaniert. weiter …


Jetzt ist also Krise. Menschen, Betriebe, Banken und sogar Staaten müssen reihenweise Konkurs anmelden. Und wer ist schuld? Hat „der Markt versagt“, wie viele glauben? Oder doch der Staat? Oder beide? Lag es an der „Gier“ einiger Manager? Oder haben wir alle „über unsere Verhältnisse gelebt“? Und wenn ja, wieso wird dann gerade jetzt mehr Konsum empfohlen, um die Krise zu überwinden? Fragen über Fragen.

Nur über eines sind sich plötzlich alle einig: Der Staat soll den „entfesselten Kapitalismus“ bändigen. Galt vorher jeder staatliche Eingriff als Gefahr für Wachstum und Wohlstand, hat nun das Staatsvertrauen Konjunktur. Das ist jedes mal so. 1947 beispielsweise kritisierte die CDU in ihrem ‘Ahlener Programm’ das „kapitalistische Gewinn- und Machtstreben“: “Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden“. Auch heute soll der Staat eine “soziale Marktwirtschaft” garantieren, den Standort wieder flott machen, und das möglichst “nicht auf unsere Kosten”. „Strenge Finanzmarktregeln“ sollen den Kapitalismus vor seinen eigenen Krisen schützen. Gefordert wird eine neue Souveränität der Politik. Doch gleichzeitig geht die zwanghafte Konkurrenz der Unternehmen und Standorte unvermindert weiter – und damit der endlose Krisenkreislauf des Kapitals. weiter …

Samstag, 5.6.2010, 10.30 bis 22 Uhr
SFE im Mehringhof (Gneisenaustraße 2a)
Antikapitalistischer Workshoptag -
Gegen Staat, Nation und Lohnarbeit

Organisiert von antikapitalistischen und antifaschistischen Gruppen aus Berlin und Potsdam.

In Vorbereitung auf die bundesweite Demonstration “Die Krise heißt Kapitalismus” am 12.6. in Berlin.

WORKSHOPTAG-PROGRAMM

19:45 PODIUMSDISKUSSION
“Gute Zeiten - Schlechte Zeiten?” - Politik und Ideologie in der Krise
Mit Michael Heinrich, Nadja Rakowitz, Thomas Ebermann und den beteiligten Gruppen.

Straßen aus Zucker #3

Die neue Straßen aus Zucker #3 ist pünktlich zum 1.Mai fertig geworden. Die Zeitung gibts ab dem 30.4. auf der Straße, in eurem Infoladen oder online

Der 13. Februar in Dresden hat Konjunktur: Als Jahrestag der Bombardierung durch die Alliierten im Jahr 1945 ist er in den letzten Jahren immer populärer geworden. Die Stadt ist mittlerweile einer der wichtigsten Bezugspunkte für den deutschen Gedenknationalismus. Entsprechend divers ist das Spektrum derer, die an diesem Tag in Dresden deutsche Opfer betrauern: Tausende Nazis, die jedes Jahr auf dem europaweit größten Aufmarsch Stärke zeigen. Menschen aus ganz Deutschland, die in der Bombardierung Dresdens das passende Symbol für die „Leiden der Deutschen“ während des Zweiten Weltkrieges gefunden haben. Und schließlich diejenigen Bürgerinnen und Bürger, die für einen (selbst)bewussten Umgang mit der deutschen Geschichte und Nation stehen, die an die europäischen Opfer erinnern und dabei sowohl gegen linken wie rechten „Extremismus“ sind. weiter …

Für uns bedeutet das, den Naziaufmarsch am 13. Februar zu verhindern und den nationalistischen Gedenkbetrieb jeder Art anzugreifen. Wir rufen dazu auf, sich an den antifaschistischen Aktionen am und um den 13. Februar in Dresden zu beteiligen.

Gegen den bürgerlich-nationalistischen Normalzustand!
Jede Stadt bekommt den Naziaufmarsch, den sie verdient!
Verhindern wir ihn!

Bustickets von Berlin nach Dresden und ZURÜCK gibt es für 10€ im Red Stuff (Waldemarstr. 110) und Schwarze Risse (Kastanienallee 85, Gneisenaustr. 2a). Bustickets zur Demo am Freitag Abend und ZURÜCK (Samstag abend) gibt es ebenfalls bei Schwarze Risse für 8 Euro. Infos zu weiteren Bussen findet ihr hier.

07.02., Sonntag, 20 Uhr in der K9 (Kinzigstraße 9, U5 Samaritersstraße)

Staat. Nation. Dresden. Scheisse.
Von Bomben und Nazis, Gedenken und Deutschland.

Diskussionsveranstaltung mit Avanti - Projekt undogmatische Linke (No Pasarán!), ¡Venceremos! Antifa Dresden (Keine Versöhnung mit Deutschland) und TOP B3rlin. Mehr …

Mitschnitt der Veranstaltung

Die Systemkrise 2009 hat dem Ruf von Staat und Nation nicht gerade geschadet. Jedenfalls nicht hierzulande. Dank all der staatsverbürgten “Rettungspakete” und “Schutzschirme” konnte die ’soziale Marktwirtschaft’ als historische Segnung abgefeiert werden. Auch zu ihren großen Jubiläen - 60 Jahre Grundgesetz und 20 Jahre Mauerfall - inszenierte sich die Nation als Weltmeister sozialer Gerechtigkeit und revolutionärer Freiheit. Peinlich für uns, denn wir wollten eigentlich den ganzen Laden mit einer antinationalen Kampagne abschaffen. Die Idee war gut, doch offenbar die Welt noch nicht bereit. So wollen wir fürs Erste nur dokumentieren, was für die kommenden Auseinandersetzungen nützlich bleiben könnte, und wünschen ein gesegnetes STAAT-NATION-KAPITAL-SCHEISSE! 2010. weiter …

Auch die Beste aller möglichen bürgerlichen Welten, mithin eine Welt, in der Recht, Freiheit und Gleichheit umfassend realisiert sind, ist als Form der Herrschaft und Ausbeutung zu denunzieren. weiter …

Der Text ist der überarbeitete Diskussionsbeitrag und zugleich - in Teilen - eine Auseinandersetzung mit den sieben Thesen, die Kendra Briken, Sonja Buckel et. al. im Nachgang zum Kongress „Ums Ganze! - No way out“ veröffentlichten.

T-shirts


Die T-shirts zur Kampagne “Staat. Nation. Kapital. Scheisse.” sind jetzt bestellbar weiter …

Das Buch zur Krise.


Das linksradikale »…ums Ganze!«-Bündnis präsentiert “STAAT, WELTMARKT UND DIE HERRSCHAFT DER FALSCHEN FREIHEIT - Erster Teil der Grundlagen- diskussion zur Kritik des kapitalistischen Normal- vollzugs.”

Die Broschüre kann hier zu bestellt werden. In Berlin ist sie bei Schwarze Risse, 0H21, bei Bbooks, in der Argument Buchhandlung, im M99, bei Red Stuff sowie bei Kisch & Co. zu erwerben.

Die Broschüre gibts aber auch online.

In der Krise erscheint der Staat als letzte Rettung der taumelnden Wirtschaft. Er springt ein, wenn alle Stricke reißen, um den Kapitalismus vor sich selbst zu schützen. Doch als Garant und Nothelfer des Kapitalverhältnisses ist er selbst von diesem abhängig. Seine außerökonomische Macht und Handlungsfähigkeit fußt auf der globalen Schlagkraft seiner Nationalökonomie. Das gilt in der Krise. Es gilt aber auch in Konjunkturphasen. Die Zwänge kapitalistischer Akkumulation und staatlicher Steuerung verbinden sich zu einem durchdringenden System gesellschaftlicher Herrschaft. Einem System, das keiner einzelnen politischen Macht oder Klasse untersteht, sondern einem umfassenden, in letzter Instanz unpersönlichen Verwertungszwang. Die Imperative des Kapitalverhältnisses prägen sämtliche Lebensbereiche, von internationalen Handelskonflikten und Weltordnungskriegen bis hinab zur täglichen Herausforderung, inmitten der tobenden Konkurrenz nicht zynisch oder depressiv zu verzweifeln. Weiterlesen »