Jetzt ist also Krise. Menschen, Betriebe, Banken und sogar Staaten müssen reihenweise Konkurs anmelden. Und wer ist schuld? Hat „der Markt versagt“, wie viele glauben? Oder doch der Staat? Oder beide? Lag es an der „Gier“ einiger Manager? Oder haben wir alle „über unsere Verhältnisse gelebt“? Und wenn ja, wieso wird dann gerade jetzt mehr Konsum empfohlen, um die Krise zu überwinden? Fragen über Fragen.
Nur über eines sind sich plötzlich alle einig: Der Staat soll den „entfesselten Kapitalismus“ bändigen. Galt vorher jeder staatliche Eingriff als Gefahr für Wachstum und Wohlstand, hat nun das Staatsvertrauen Konjunktur. Das ist jedes mal so. 1947 beispielsweise kritisierte die CDU in ihrem ‘Ahlener Programm’ das „kapitalistische Gewinn- und Machtstreben“: “Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden“. Auch heute soll der Staat eine “soziale Marktwirtschaft” garantieren, den Standort wieder flott machen, und das möglichst “nicht auf unsere Kosten”. „Strenge Finanzmarktregeln“ sollen den Kapitalismus vor seinen eigenen Krisen schützen. Gefordert wird eine neue Souveränität der Politik. Doch gleichzeitig geht die zwanghafte Konkurrenz der Unternehmen und Standorte unvermindert weiter – und damit der endlose Krisenkreislauf des Kapitals. weiter …
Samstag, 5.6.2010, 10.30 bis 22 Uhr
SFE im Mehringhof (Gneisenaustraße 2a)
Antikapitalistischer Workshoptag -
Gegen Staat, Nation und Lohnarbeit
Organisiert von antikapitalistischen und antifaschistischen Gruppen aus Berlin und Potsdam.
In Vorbereitung auf die bundesweite Demonstration “Die Krise heißt Kapitalismus” am 12.6. in Berlin.
19:45 PODIUMSDISKUSSION
“Gute Zeiten - Schlechte Zeiten?” - Politik und Ideologie in der Krise
Mit Michael Heinrich, Nadja Rakowitz, Thomas Ebermann und den beteiligten Gruppen.



