Mehr Stoff!
Später Nachtrag: Die Krisendemo ist gelaufen

Knapp 20.000 Menschen artikulierten in Berlin am 12. Juni 2010 unter dem Motto “Die Krise heißt Kapitalismus” ihren Unmut und Ärger über die staatlichen Regulations- und Zwangsformen, den kapitalistischen Normalvollzug auch in seiner Krise am Leben zu erhalten. Über 1000 Menschen fanden sich unter dem Motto „Show An Undead Sytem How to Die!“ im Antikapitalistischen Block ein, um zu demonstrieren. Im Vorfeld beteiligten sich bereits am 5. Juni über 200 Menschen an dem Berliner Workshoptag “We Love The Crisis!”, um über Ursachen und Gestalt der Krise zu diskutieren.

Anzumerken bleibt, dass die Berliner Polizei auf der Krisendemo ihren ganz persönlichen Umverteilungskampf der Fahnen und Transparente vom Antikapitalistischen Block in ihre Aservatenkammer mit äußerster Brutalität austrug. Scheinbar fürchteten die BeamtInnen, die aktuellen Sparmaßnahmen könnten bis weit in die Stoffbestände der Berliner Polizei hineinreichen. Anders lassen sich kaum die Tritte zu Kopf und Körper von Demonstrations-teilnehmerinnen, das Zusammenschlagen von Festgenommenen oder die gezielten Hiebe auf Nasenbeine wegen ein paar Meter Stoff erklären. Umso mehr erfreut es uns, dass es den Teilnehmer_innen des Antikapitalistischen Blocks gelang, diesen bis zum Ende der Demonstration gegen die immer wieder stattfindenden Angriffe und Isolierungsversuche der Polizei durchzusetzen.

Gewalt und Willkür der Exekutive sind offensichtlich ebenso Bestandteil des
„lockersten Gewaltmonopolisten, der jemals deutsche Pässe ausgeben hat“, wie ihre künftige Legitimation durch den Moabiter Justizzirkus und eine unsachliche Presse von Tagesspiegel bis Spiegel, die anlässlich von Böllern eine neue RAF herbeiphantasiert. Eine ausführliche Auswertung der Demo findet ihr hier. Nachhören könnt ihr unsern Redebeitrag und unsern Zombie-Jingle.