be creative - kapitalistische Geister

Double Book Launch with Angela McRobbie (Goldsmiths, London) and
Alexandra Manske (Humboldt Universität Berlin), moderated by Sabine Hark
(TU Berlin)

Angela McRobbie: Be Creative. Making a Living in the New Culture Industries
In her new book Angela McRobbie charts the 'euphoric' moment of the new creative economy, as it rose to prominence in the UK during the Blair years, and considers it from the perspective of contemporary experience of economic austerity and uncertainty about work and employment.
McRobbie makes some bold arguments about the staging of creative economy as a mode of 'labour reform'; she proposes that the dispositif of creativity is a fine-tuned instrument for acclimatising the expanded, youthful urban middle classes to a future of work without the raft of entitlements and security which previous generations had struggled to win through the post-war period of social democratic government.
Adopting a cultural studies perspective, McRobbie re-considers resistance as 'line of flight' and shows what is at stake in the new politics of culture and creativity. She incisively analyses 'project working' as the embodiment of the future of work and poses the question as to how people who come together on this basis can envisage developing stronger and more protective organisations and associations. Scattered throughout the book are excerpts from interviews with artists, stylists, fashion designers, policy-makers, and social entrepreneurs.

Alexandra Manske: Kapitalistische Geister in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Kreative zwischen wirtschaftlichem Zwang und künstlerischem Drang
Künstlerisch-kreative Arbeit wird auf politischer Ebene gern als moderne und zeitgemäße Arbeits- und Wirtschaftsform beansprucht. Die Wissenschaft hingegen schreibt ihr vielfach eine paradigmatische Kulturbedeutung im neuen Kapitalismus zu. Doch sind Kreative überhaupt eine geeignete soziale Gruppe, um solche weitreichenden Schlüsse zu ziehen?
Dieser Frage geht Alexandra Manske in ihrer Studie über Arbeits- und Selbstverhältnisse in der Modedesign- sowie in der Kommunikationsbranche nach. Sie sichtet interdisziplinäre Zugänge und Erklärungsansätze zum Thema Kreativindustrien und identifiziert diese als theoretisch überfrachtete Modellannahmen, die der sozialen Praxis nicht gerecht werden. So unterzieht sie vor dem Hintergrund ihrer These, dass wir in den Kreativindustrien seit den 1980er Jahren eine spezifische Reaktualisierung der sozialen Frage beobachten können, unter anderem die diskursive Konstruktion von Boltanski/Chiapello, derzufolge Kreative den neuen Geist des Kapitalismus legitimieren, einer kritischen Inspektion. Entgegen dieser und anderer (Selbst-)Unterwerfungsthesen zeigt sie anhand ihrer empirischen Studie subjektive Gegenbewegungen, die sie konzeptuell und mit Foucault als Varianten von Entunterwerfung fasst.

Presentation held in german & english / Präsentation auf deutsch und englisch.

Informationen
Buchvorstellung
von
mit Angela McRobbie und Alexandra Manske

Datum & Uhrzeit

23.02.2016 - 20:00

Ort

Almstadtstr. 48-50
Berlin