Der Souveränitätseffekt

Markt und Macht im ökonomischen Regime

Von den Verhandlungen über die Rettung von Lehmann Brothers im Herbst 2008 bis zu den Diktaten europäischer Krisenpolitik lässt sich eine Informalisierung politischer Entscheidungen erkennen. Expertenkomitees, improvisierte Gremien oder ‚Troikas’ haben die Regierungsgeschäfte übernommen und wurden ausschließlich durch außerordentliche Ereignisse legitimiert. Diese Notstandspolitik belegt die Effizienz einer Entscheidungsmacht, die sich in Konsortien aus politischen und ökonomischen Akteuren formiert. Vor diesem Hintergrund widmet sich der Vortrag nicht nur den Dynamiken moderner Finanzmärkte, sondern auch den Machteffekten, mit denen das finanzökonomische Regime das Geschick unserer Gesellschaften bestimmt.

Prof. Dr. Joseph Vogl studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte in München und Paris. Er ist Professor für Literatur- und Kulturwissenschaft / Medien an der Humboldt-Universität zu Berlin. Des Wei-teren lehrt er als Permanent Visiting Professor an der Princeton University, USA. Er lehrte u.a. an der Bauhaus-Universität in Weimar und der Ludwig-Maximilians-Universität in München und hat zahlreiche Monographien und Artikel veröffentlicht sowie Schlüsselwerke der neueren französischen Philosophie übersetzt.

Informationen
Vortrag
von
mit Joseph Vogl

Datum & Uhrzeit

12.12.2013 - 18:00

Ort

Hardenbergstraße 33
Berlin