Antifeminismus ist keine Alternative. Die befreite Gesellschaft schon!

Gegen AfD und Lebensscützer!
Aufurf gegen den Marsch für das Leben!
Am Abend des 16.9. auf die Straße, Stoppt die AfD! Demo gegen Zivile Koalition und "Lebensschützer", am 17.9. selbsternannte LebensschützerInnen am Laufen hindern oder/und zum Weglaufen bringen,Euer Schweigen könnt ihr euch Schenken! Lieber Feminismus feiern! - Demonstration gegen den "Marsch für das Leben"

Antifeminismus ist keine Alternative. Die befreite Gesellschaft schon!

Vor unseren Augen mobilisiert eine breiter werdende Front im Namen von „Nation“, „Volk“, „Moral“ und „Natur“ gegen alles Fortschrittliche. Die Entsicherung von Lohnarbeitsverhältnissen und die Intensivierung von Konkurrenz im alles erfassenden Verwertungszwang führen zu einer Hochkonjunktur der Reaktion. Inmitten dieser Scheiße werden Familie, Sexualität Geschlechterrollen und -identität einmal mehr zu zentralen Themen – so auch im Wahlkampf.

Am 17. September wird es erneut einen vom „Bundesverband Lebensrecht (BVL)“ organisierten „Marsch für das Leben“ in Berlin geben. Bei den am Folgetag stattfindenden Wahlen für das Berliner Abgeordnetenhaus hat die so genannte Alternative für Deutschland gute Chancen auf ein zweistelliges Ergebnis. Ob christliche FundamentalistInnen und ihr Hass auf die körperliche Selbstbestimmung oder die AfD und ihre regressive Familienpolitik – Emanzipation ist das Feindbild des völkischen Mobs. Dem müssen wir entgegentreten.

Ein vermeintliches Regime der Political Correctness und als „Frühsexualisierung“ diffamierte schulische Aufklärung werden zum Anlass genommen, Antifeminismus, Rassismus und Sozialchauvinismus von der Straße ins Feuilleton und vom Stammtisch in das Parlament zu tragen. Es ist auch die zu Recht als Bedrohung empfundene Kritik an Patriarchat und Heteronormativität, die Konservative und Rechtsradikale zueinander finden lässt. Das Wort „Gender“ wird so von der FAZ bis hin zu Pegida zum Begriffscontainer für reaktionäre Diskurse.

Familienpolitik, in der ein biologistisch definiertes Geschlecht zum sozialen Platzanweiser wird, nach der Frauen eifrig weißdeutschen Nachwuchs erzeugen und Männer mit dem Dienst an der Waffe für dessen Wohlergehen im In- und Ausland sorgen, gehört zum ideellen Kernbestand der AfD, die in Mecklenburg-Vorpommern zweitstärkste Kraft werden konnte.

Heute, wo „Rasse“ oft einfach durch „Kultur“ ersetzt wird, engagieren sich die Feinde der Emanzipation für eine Welt der homogenen Gruppen, in denen das Abstammungsprinzip über die gesellschaftliche Teilhabe bestimmt. Durch die Konstruktion einer permanenten Bedrohungslage für die „Volksgemeinschaft“ ist es ein Leichtes, die Trennungslinie zwischen die und wir, Freund und Feind, deutsch und undeutsch aufrechtzuerhalten. Immer wieder dient ein unhinterfragter und ahistorischer Naturbegriff zur Legitimierung gesellschaftlicher Ungleichheit.

Mit der rhetorischen Codierung radikal rechter Inhalte, in der etwa ein „ethnisch-kultureller Wandel“ zur Chiffre für „Überfremdung“ wird, bemüht sich die AfD erfolgreich um eine Verschiebung der Sagbarkeitsgrenzen und leistet damit Zuarbeit für sämtliche „aufrechten Deutschen“ von Hellersdorf bis Heidenau. Doch es geht hier nicht nur um Parteien.
Während darüber nachgedacht wird, wer dann später mit wem koaliert, brennen weiter Unterkünfte für Geflüchtete, werden weiter Antifaschist*innen, PoC und LGBITQ*-Personen auf offener Straße attackiert. Im Schulterschluss zwischen besorgten Bürger*nnen, Nazi-Schläger*nnen und als „Populisten“ verharmlosten rechtsradikalen Politiker*nnen zeigt sich, dass Nationalismus, Rassismus, Sexismus, Antifeminismus und Trans*feindlichkeit durchaus mehrheitsfähig sind, wenn auch glücklicherweise noch nicht in Berlin.

Das alles kann entmutigen, Angst machen und vor allem: wütend. Doch diese Wut sollten wir zum Anlass nehmen um zu sagen: jetzt erst recht! Die existierende Vielfalt unserer Lebensentwürfe, gegen die sich aller Hass richtet, ist die Grundlage für eine emanzipatorische Antwort auf den Angriff von rechts. Was wir uns wünschen, ist eine Alternative zu Deutschland, denn die befreite Gesellschaft steht auf keinem Wahlzettel. Unser Ziel ist radikal, feministisch und antikapitalistisch.

Geht mit uns gegen das üble Ganze auf die Straße: am 16.9. zur antifaschistischen Demonstration gegen die AfD und den Lobbyverein „Zivile Koalition“ von Beatrix von Storch, der sich seit Jahren für die Interessen des „Bundesverband Lebensrecht“ einsetzt sowie am 17.9. gegen den Aufmarsch der selbst ernannten christlich-fundamentalistischen LebensschützerInnen.

Es gibt eine wirkliche Alternative: Wir müssen sie uns erkämpfen – und das nicht nur heute oder morgen, sondern jeden Tag, im Großen wie im Kleinen. Für den Kommunismus.