Der “…ums Ganze!” Block auf der Großdemonstration in Rostock am 2. Juni war ein voller Erfolg. Ca. 3.000 Menschen aus unterschiedlichen Spektren der antiautoritären Linken versammelten sich in unserem Block, um der Forderung nach der Abschaffung von Kapital, Staat und Nation einen praktischen Ausdruck zu verleihen. Dieses Vorhaben gilt es in emanzipativer Perspektive weiter voranzutreiben.

smash capitalism. fight the G8 summit.

... als Motto einer Kampagne, als Name eines Zusammenschlusses oder sogar als Label innerhalb der Mobilisierung gegen den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm, McPomm, D-Land, mag einigen großkotzig und infam erscheinen, manchen anderen vielleicht als unverbesserlich und utopisch. Sowohl den einen wie den anderen können wir verkünden: Ihr habt vollkommen recht.

"Antikapitalismus" von völkischen Freaks

Haben die denn nichts anders zu tun, als sich an den Neonazis abzuarbeiten? Steht nicht der für die radikale Linke in Deutschland seit langem bedeutendste Protest ins Haus, die Mobilisierung gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm, jenem beschaulichen Kaff in Mecklenburg-Vorpommern, das nur aus Kurort und Luxushotel besteht?

Seit dem 08.Mai 2007 ist es nun endgültig - die Köpi wurde zwangsversteigert. Ein weiteres autonomes Haus-Projekt in Berlin wird damit durch die Stadt, durch Investoren und im Zuge einer Umgestaltung alternativer Stadtviertel in Luxusressorts plattgemacht. Die Auswirkungen solcher Einschränkungen von Freiräumen sind vielfältig und betreffen nicht nur einige wenige BewohnerInnen, sondern das ganze Stadtviertel und natürlich auch die ganze radikale linke Bewegung: Mieten steigen, Überwachungsmaßnahmen und Videoaufnahmen im öffentlichen Raum nehmen zu, alternative Clubs werden geschlossen, Räume für Selbstorganisation und Solipartys, für bundesweite Treffen oder einfach für korrekte antikapitalistische, antirassistische und antisexistische Parties fallen weg.

0.00% Kapitalismus – 100% Happiness
Aufruf zur Demo am 30. April 2007 in Berlin
Termininfo
Demonstration
von
30.04.2007 - 19:00
Berlin

Wäre er es nicht schon, man müsste den 1. Mai in Berlin für tot erklären. Zugrunde gegangen zwischen Revolutionssimulation und Maibaumsause, protektionistischer Standortdemo und infantiler Regression, Myfest-Bespaßung und Arbeitsfetischismus. Erstickt nicht etwa an Passivität, sondern an Pseudoaktivität. Deshalb wäre der erste kritische Schritt die Weigerung am Teilnehmen. Nicht etwa, um mit dem Schweinesystem seinen Frieden zu schließen, sondern gerade um den Wahrheitsgehalt seiner Utopie zu retten, gilt es den 1. Mai als ritualisiertes Spektakel zu beerdigen um sein kritisches Potential wiederzubeleben.

Ohne radikale Kritik ist Praxis nichts als Aktivismus.
Aus Jungle World Nr. 1/07

Die deutsche radikale Linke scheint in ihrem Element: Aufrufe zu den Protesten gegen den G 8-Gipfel in Rostock/Heiligendamm stehen an. Konferenzen haben bereits stattgefunden, Flugblätter kursieren, und erste Plakate und Aufkleber hängen an den Häuserwänden. Verschiedene Bündnisse haben sich gebildet: interventionistische, revolutionäre, gewerkschaftliche und kirchliche Zusammenschlüsse, die den »Herrschenden« in diesem Jahr den Garaus machen wollen.

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